Der Bureau du Roi: Ludwigs XV. Schreibtisch, der die Einlegekunst zur Vollendung brachte
Neun Jahre Arbeit, zwei der größten Kunsttischler der Geschichte und ein geheimer Mechanismus, der mit einer einzigen Schlüsseldrehung jede Schublade verriegelt. Der Bureau du Roi, heute in Versailles aufbewahrt, bleibt der absolute Höhepunkt der Einlegekunst – derselben Kunst, die seit über sechzig Jahren jedes Möbelstück von Marzorati prägt.
Die Geschichte des Bureau du Roi: vom Hof Ludwigs XV. bis nach Versailles
1760 beauftragt Ludwig XV. den Hoftischler Jean-François Oeben mit einem beispiellosen Möbelstück: einem Schreibtisch, an dem er vor neugierigen Blicken geschützt arbeiten kann, mit Staatsdokumenten, die stets sicher verwahrt sind. Oeben, Meistertischler des Königlichen Arsenals, beginnt mit einem kleinen Wachsmodell, um jede Proportion zu studieren, bevor er auch nur einen Millimeter echtes Holz schnitzt, und arbeitet drei Jahre lang an dem Projekt, wobei er Mechanismen und Einlegearbeiten erprobt, die zuvor bei einem Möbelstück dieser Größenordnung nie versucht wurden. Er stirbt 1763, ohne das Werk vollendet zu sehen.
Sein Erbe übernimmt Jean-Henri Riesener, Oebens Schüler und späterer Ehemann seiner Witwe – derselbe Riesener, der später zum bevorzugten Kunsttischler von Marie-Antoinette wird. Der Bureau du Roi wird im Mai 1769 übergeben, nach neun ununterbrochenen Arbeitsjahren: Er kostet 62.775 Livres in Gold, den höchsten je für ein Möbelstück während der gesamten Regierungszeit Ludwigs XV. gezahlten Preis. Er ist bis heute im Schloss von Versailles ausgestellt: keine Kopie, keine Rekonstruktion, sondern das Original, das mehr als zweieinhalb Jahrhunderte europäischer Geschichte überdauert hat.
- 1760 – Ludwig XV. beauftragt Jean-François Oeben mit dem Werk, der mit einem kleinen Wachsmodell beginnt
- 1763 – Oeben stirbt, das Projekt geht an seinen Schüler Jean-Henri Riesener über
- 1769 – Der Bureau du Roi wird in Versailles übergeben: Er kostet 62.775 Livres in Gold, ein Rekordpreis für ein Möbelstück
- 1770 – Ludwig XV. stirbt ein Jahr nach Erhalt des Schreibtischs; die ihm gewidmete Büste unter den Bronzen wird durch eine Büste der Minerva ersetzt
- 1791 – Das Möbelstück entgeht dank der Pracht seiner Verzierung den revolutionären Verkäufen
- Heute – Seit 1957 ist er wieder an seinem Platz im Schloss von Versailles, ein Schatz der Kunsttischlerei von Weltrang
Warum der Bureau du Roi noch heute fasziniert
Die Einlegekunst im Bureau du Roi: Technik und Materialien
Was den Bureau du Roi zu einem absoluten Meisterwerk macht, ist nicht nur seine Geschichte, sondern die Technik, die ihn vollständig bedeckt: Hunderte kleiner Teile edlen Holzes, von Hand geschnitten und einzeln zusammengefügt, um Trophäen, Blumengirlanden und Allegorien der Künste und Wissenschaften zu bilden. Die schwierigste technische Herausforderung betrifft gerade den rollenden Zylinder: Die Einlegearbeit muss einer gewölbten Oberfläche folgen und dabei vollkommen durchgängig bleiben, ohne sichtbare Unterbrechungen, selbst wenn sich der Mechanismus bewegt.
Es ist dieselbe Disziplin – Geduld, millimetergenaue Präzision, tiefe Materialkenntnis –, die noch heute jede handwerkliche Kunsttischlerei beseelt, auch unsere. Klassische Einlegearbeit entsteht durch die Auswahl von Hölzern unterschiedlicher Farbe und Maserung, die anschließend geschnitten und eingesetzt werden, um Muster, Rahmen und dekorative Motive zu bilden, die zu einem strukturellen Bestandteil des Möbelstücks selbst werden, nicht zu bloßem Oberflächenschmuck.
- Amaranth – intensive violette Farbtöne, für kräftige Kontraste eingesetzt
- Rosenholz und Palisander – warme Maserungen für Trophäen und Rahmen
- Sykomore und Buchsbaum – helle Töne für Lichter und feine Details
- Wurzelholz und Ebenholz – Tiefe und Kostbarkeit in den Untergründen und dunklen Flächen
Von Versailles nach Brianza: das italienische Erbe der Einlegekunst
Während die französischen Hoftischler ihre Kunst für Versailles perfektionierten, bewahrte Italien bereits seit Jahrhunderten eine eigene, parallele Tradition der Einlegekunst: entstanden in den Renaissance-Werkstätten der Lombardei und Generation für Generation verfeinert in den Handwerksbetrieben der Brianza, der italienischen Wiege des Autorenmöbels. Genau in dieser Tradition ist Marzorati entstanden: über sechzig Jahre Massivholzverarbeitung, von Hand entworfener und zusammengesetzter Einlegearbeit, handwerklichen Know-hows, das vom Meister an den Lehrling weitergegeben wird.
Wir reproduzieren den Bureau du Roi nicht: Wir lassen uns von seinem Geist inspirieren. Von derselben Detailversessenheit, derselben Idee, dass ein Möbelstück zugleich Gebrauchsgegenstand und Kunstwerk sein kann, fähig, Generationen zu überdauern. Deshalb sprechen unsere klassischen Kollektionen dieselbe Sprache: edle Hölzer, vollständig von Hand ausgeführte Einlegearbeiten, zeitlose Formen für alle, die Antiquitäten lieben und in einem Möbelstück den Wert echter Handwerkskunst erkennen.
Anekdoten und Legenden zum Bureau du Roi
Hinter der intarsierten Oberfläche des Bureau du Roi verbergen sich Episoden, die einem historischen Roman entsprungen scheinen: eine hastig ausgetauschte Büste, eine Unterschrift, die das Schicksal eines Kontinents verändert, eine Verkleidung, die ein Meisterwerk vor der revolutionären Wut rettet.
Unsere Kollektionen, inspiriert von der klassischen Einlegekunst
Sechs klassische Kollektionen, sechs verschiedene Arten, dieselbe Kunst zu interpretieren: die der von Hand gefertigten, maßgeschneiderten Einlegearbeit, für alle, die Räume einrichten, in denen Geschichte zuhause ist. Entdecken Sie, welche Kollektion Ihr Projekt am besten erzählt.








